food Interview

Verschiedene Standbeine

Der Milchhof Reitbrook profitiert von der Nähe zu Hamburg. Dort werden Cafés und Start-ups beliefert. (Foto: Rüweling)

f3– farm. food. future: Wie ist euer Betrieb aufgestellt?

Jan-Hendrik verarbeitet 90 % der auf dem Hof erzeugten Milch. (Foto: Langeloh)

Jan-Hendrik: Wir sind ein Milchviehbetrieb mit 180 Kühen und angeschlossener Verarbeitung. Wir vermarkten Vorzugsmilch, pasteurisierte Milch und Joghurts und beliefern um die 200 Cafés und Restaurants im Hamburger Stadtgebiet, 1000 Privathaushalte im 20-Kilometer-Umkreis vom Hof sowie Einzelhändler.

f3: Dazu zählt auch Frischepost. Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit dem Start-up?

Jan-Hendrik: Jule, eine der Gründerinnen, kommt vom Hof und hatte Kontakt zu einem Milchhof bei Ratzeburg. Der Hof wiederrum kannte unseren, wir kamen ins Gespräch und sind seit der Testphase als Produzent dabei.

Ergänzung der Direktvermarktung

f3: Welche Vorteile ergeben sich für dich?

Jan-Hendrik: Frischepost ergänzt unsere Direktvermarktung. Wir beliefern Cafés und Restaurants in Hamburg, wollen aber nicht an Privathaushalte liefern, weil es sich für uns einfach nicht lohnt, zwei Liter Milch in den achten Stock zu tragen. Wir hatten aber immer wieder Anfragen von Privatkunden. Seitdem es Frischepost gibt, müssen wir diese Anfragen nicht absagen, sondern können auf das Start-up verweisen.

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Jan-Hendrik Langeloh ist konventioneller Landwirt auf dem Milchhof Reitbrook in den Marschlanden vor Hamburg. Im Interview erzählt er, wie er seine Milch (-produkte) vermarktet und warum er mit dem Start-up „Frischepost“ zusammenarbeitet.

f3– farm. food. future: Wie ist euer Betrieb aufgestellt?

Jan-Hendrik verarbeitet 90 % der auf dem Hof erzeugten Milch. (Foto: Langeloh)

Jan-Hendrik: Wir sind ein Milchviehbetrieb mit 180 Kühen und angeschlossener Verarbeitung. Wir vermarkten Vorzugsmilch, pasteurisierte Milch und Joghurts und beliefern um die 200 Cafés und Restaurants im Hamburger Stadtgebiet, 1000 Privathaushalte im 20-Kilometer-Umkreis vom Hof sowie Einzelhändler.

f3: Dazu zählt auch Frischepost. Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit dem Start-up?

Jan-Hendrik: Jule, eine der Gründerinnen, kommt vom Hof und hatte Kontakt zu einem Milchhof bei Ratzeburg. Der Hof wiederrum kannte unseren, wir kamen ins Gespräch und sind seit der Testphase als Produzent dabei.

Ergänzung der Direktvermarktung

f3: Welche Vorteile ergeben sich für dich?

Jan-Hendrik: Frischepost ergänzt unsere Direktvermarktung. Wir beliefern Cafés und Restaurants in Hamburg, wollen aber nicht an Privathaushalte liefern, weil es sich für uns einfach nicht lohnt, zwei Liter Milch in den achten Stock zu tragen. Wir hatten aber immer wieder Anfragen von Privatkunden. Seitdem es Frischepost gibt, müssen wir diese Anfragen nicht absagen, sondern können auf das Start-up verweisen.

Mit einem Start-up ist man am Zahn der Zeit und bekommt solche Dinge schnell mit.

Jan-Hendrik Langeloh

f3: Wieviel Absatz verzeichnet ihr durch die Zusammenarbeit?

Jan-Hendrik: Bei uns macht der Absatz über die Einzelhändler, zu denen wir Frischepost zählen, etwa 15 % aus. Frischepost macht ca. 2 % vom Gesamtumsatz aus. Weil wir sowieso täglich in die Stadt fahren, ist es für uns kein Mehraufwand, unsere Produkte an Frischepost zu liefern. Außerdem profitieren wir von deren Öffentlichkeitsarbeit. Das Start-up nimmt uns in ihrer Geschichte mit. Sie erkennen Trends und öffnen neue Türen.

Chancen für Milchviehbetriebe

f3: Warum ist das für Landwirte wichtig?

Jan-Hendrik: Weil derzeit einfach viel im Umbruch ist. Da ergeben sich durchaus Chancen für Milchviehbetriebe und neue Absatzmärkte. In Unternehmen tut sich z. B. gerade eine Welt auf, die auf eine neue Kaffeekultur setzt. Mit einem Start-up ist man am Zahn der Zeit und bekommt solche Dinge schnell mit.

f3: Auch bei den „Marktschwärmern“ bist du dabei.

Jan-Hendrik: Genau. Ich sage grundsätzlich immer: Dabei bleiben und gucken, was sich an Absatzmärkten entwickelt.

f3: Was ist dir sonst noch wichtig?

Jan-Hendrik: Ich möchte mich nicht abhängig machen und bin froh über unsere verschiedenen Standbeine. Natürlich ist unser großer Vorteil die Nähe zu Hamburg. Mein Vater hat sich in den 90ern dem Thema Direktvermarktung und eigene Herstellung angenommen und damals viel Geld investiert. Da hatte er den richtigen Riecher.