farm Perspektivwechsel

Vom Stall zur Theke: Ideen für Agrar-Architektur free

Ein Workshop für moderne Agrar-Architektur soll Landwirte mit Architektur-Studierenden zusammen bringen. (Foto: Deutscher Landbaukultur-Preis)

Wie sollte ein moderner Schweinemaststall aussehen? Damit beschäftigen sich derzeit Studierende der Architektur im Rahmen eines Workshops. Um Ideen praxisnah zu entwickeln, sind Landwirte als Berater gesucht. Der Workshop findet Ende Mai in Münster statt.

Im Sommersemester 2019 lobt die Stiftung LV Münster gemeinsam mit dem  Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V. (KTBL) einen  Ideenwettbewerb für Studierende der Architektur aus. Die Wettbewerbsaufgabe mit  dem Titel „Vom Stall zur Theke – Tierwohl bis zum Ende gedacht“ umfasst den  Entwurf eines Mastschweinestalls für 500 Tiere, eines Schlachthauses sowie eines Gebäudes für die Direktvermarktung.

Für uns steht im Vordergrund, die beiden Disziplinen Landwirtschaft und Architektur zusammenzubringen.

Barbara Meyer, KTBL

Die Diskussion um angemessene Bedingungen für die Haltung von Tieren kann nach Ansicht der Wettbewerbs-Initiatoren nicht an der Stalltür aufhören. Während die Stallhaltung auf unterschiedlichen Ebenen in der Öffentlichkeit diskutiert wird, bleiben die Transportwege und die  Schlachtung dagegen weitgehend ausgeblendet und entziehen sich fast vollständig  der Wahrnehmung.

Austausch Landwirte & Architekten

Deshalb veranstalten die Ausrichter vom 20. bis 22. Mai 2019 einen Workshop auf einem real existierenden, landwirtschaftlichen Betrieb in Münster, bei dem tatsächlich die Option auf die Erweiterung der Mastschweinehaltung besteht. Die Studierenden können das Grundstück besichtigen und den Stand ihrer Entwürfe mit Praktikern diskutieren. „Für uns steht im Vordergrund, die beiden Disziplinen Landwirtschaft und Architektur zusammenzubringen. Wir sind uns sicher, dass dabei viele gute Ideen herauskommen und ein fruchtbarer Dialog zwischen den Architekten und den landwirtschaftlichen Praktikern entstehen wird“, sagt Barbara Meyer vom KTBL. Für diesen Austausch werden noch Landwirte und Landwirtinnen mit innovativen Ideen zur Tierhaltung und Vermarktung gesucht.

Die Teilnehmer des Wettbewerbs sind ca. 70 Studierende der Architekturlehrstühle  der TU Braunschweig (Prof. Almut Grüntuch-Ernst), der TU Darmstadt (Prof. Florian  Waechter), der TU München (Prof. Florian Nagler) und der Uni Stuttgart (Prof. Peter  Cheret). Im Rahmen von Semesterentwürfen werden sich die Studierenden mit den vielfältigen Aspekten zu einer tiergerechten Haltung, schonender Schlachtung mit  geringen Transportwegen und regionalen Vermarktung auseinander setzen. 

Moderene Agrar-Architektur gesucht

Landwirte und Landwirtinnen, die sich mit innovativen Konzepten für die  Mastschweinehaltung, Schlachtung und/oder Direktvermarktung beschäftigen, sind zum Workshop eingeladen. Auch alle Praktiker, die bauwillig oder bauerfahren sind und sich mit den Rahmenbedingungen für Stallbauvorhaben auskennen, sind gern gesehene Diskussionspartner für die Studierenden.

Interessierte schicken bis zum 3. Mai 2019 einen Steckbrief zu ihrer Person und ihrem Betrieb ein. Dies ist im Webformular unter www.ktbl.de > Themen  A – Z > Architekturwettbewerb zu finden.

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