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Wem gehören die Daten? free

Alle Daten im Blick? Aber wem gehören sie eigentlich? (Foto: Budimir Jevtic / stock.adobe.com)

Da Maschinendaten rechtlich kaum geschützt sind, ist es nicht so klar, wem die Daten gehören, die ein Schlepper auf Eurem Acker generiert.

Wem gehören die Daten? Die Antwort befriedigt vermutlich die wenigsten Landwirte: „Grundsätzlich, dem, der sie hat.“ Deutsche Datenschutzgesetze beziehen sich nämlich fast ausschließlich auf personenbezogene Daten.

Maschinendaten, die während des Ackerns erhoben werden, sind rechtlich kaum geschützt.

Prof. Dr. Michael Clasen

Maschinendaten, die während des Ackerns erhoben werden, sind rechtlich kaum geschützt. Zudem werden über Satelliten, Kamerasysteme in selbstfahrenden Autos und Schleppern, Precision-Farming-Sensoren und Handys immer detailliertere und aktuellere Daten erhoben. Die Datenspur, die unsere Aktivitäten hinterlassen, wird immer breiter.

Technikhersteller hat die Daten auch

Schöne neue Welt? free

Speichert ein Landtechnikhersteller alle Daten, die seine Maschinen generieren auf eigenen Servern, gehören diese Daten nicht automatisch dem Landwirt, dem der Schlepper gehört, sondern auch dem Technikhersteller. Hinzu kommt, dass durch Künstliche Intelligenz diese enorme Masse an Daten auch zu sinnvoll nutzbaren Informationen verdichtet werden kann.

Dies könnte dazu führen, dass auch in die Landtechnikbranche sog. Netzeffekte relevant werden. Unter Netzeffekten versteht man Phänomene, die besagen, dass eine große Nutzeranzahl den Wert des Netzwerkes steigert. Beispiele hierfür wären das Telefonnetz, das Internet und Facebook.

Daten bedeuten Wettbewerbsvorteil

Sammelt ein Landmaschinenhersteller bei der Nutzung seiner Maschinen mehr Informationen als ein Konkurrent, werden seine Maschinen intelligenter als die der Konkurrenz. Ein Schlepperhersteller mit vielen Schleppern im Einsatz würde also die intelligentere Schlepperflotte haben, was seine Wettbewerbsfähigkeit weiter erhöht. Dies könnte zu einem ähnlichen Konzentrationsprozess führen, wie wir ihn im IT-Markt mit Google, Facebook & Co. beobachten.

Unter Netzeffekten versteht man Phänomene, die besagen, dass eine große Nutzeranzahl den Wert des Netzwerkes steigert.

Prof. Dr. Michael Clasen

Zum Autor

Prof. Dr. Michael Clasen ist Professor für Wirtschaftsinformatik an der Hochschule Hannover und Eigentümer eines kleinen Ackerbaubetriebes.
Für f3 setzt er sich mit Fragen auf dem Weg in die digitale Landwirtschaft auseinander.

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