farm

Wertewandel zu Geld machen

Regenerative Landwirtschaft bedient die gesellschaftliche Forderung nach mehr Nachhaltigkeit. Ihre Vertreter werben damit, ihren Betrieb ganzheitlich zu betrachten. Der Boden steht dabei häufig im Zentrum ihrer Aufmerksamkeit. (Foto: Lagerhaus)

Aus dem Boden der Landwirtschaft sprießen immer mehr Start-ups, die im nächsten oder weitesten Sinne mit Regenerativer Landwirtschaft zu tun haben. Ob Plattform, Netzwerk oder Genossenschaft – alle setzen auf das Geschäft mit dem Klimawandel. Vier Besipiele.

Regen.network

Hinter dem Unternehmen „Regen.network“ verbirgt sich eine Art Interessenvertretung für die Regenerative Landwirtschaft. Der Blockchain-basierte Marktplatz in den USA soll eine Vertragsplattform für Landwirte darstellen, um ökologische Daten zu monetarisieren und sie gleichzeitig für nachhaltige Praktiken belohnen.

Jetzt f3 Mitglied werden und direkt weiterlesen

Als f3-Mitglied erhälst du täglich Meldungen, Beiträge und Reportagen zu Innovationen und Start-ups aus den "grünen" Bereichen und wirst Teil des neuen Gründer-Netzwerks.

mehr Informationen bekommst du hier

Aus dem Boden der Landwirtschaft sprießen immer mehr Start-ups, die im nächsten oder weitesten Sinne mit Regenerativer Landwirtschaft zu tun haben. Ob Plattform, Netzwerk oder Genossenschaft – alle setzen auf das Geschäft mit dem Klimawandel. Vier Beispiele.

Regen.network

Hinter dem Unternehmen „Regen.network“ verbirgt sich eine Art Interessenvertretung für die Regenerative Landwirtschaft. Der Blockchain-basierte Marktplatz in den USA soll eine Vertragsplattform für Landwirte darstellen, um ökologische Daten zu monetarisieren und sie gleichzeitig für nachhaltige Praktiken belohnen.

Vor zwei Jahren begann Regen.network mit dem Aufbau der Plattform, um Landwirten zu helfen, ihre Produkte zu verkaufen. Heute arbeiten 16 Angestellte in dem Unternehmen mit Sitz in Massachusetts in den USA und einem Zweitsitz in der Schweiz.

Lagerhaus Österreich

„Zukunft Erde“ ist ein neues Programm der Lagerhäuser und der RWA Raiffeisen Ware Austria mit dem Ziel, den Humusaufbau in landwirtschaftlichen Böden zu forcieren. (Foto: Lagerhaus)

Hinter dem „Lagerhaus Österreich“ als Handels- und Dienstleistungskonzern verbirgt sich das österreichische Pendant zur „Raiffeisen“ in Deutschland. Ihr neu geschaffenes Programm „Zukunft Erde“ soll Landwirtschaftsbetrieben ermöglichen, nachhaltig aufgebauten Humus in regionale, freie CO2-Zertifikate umzuwandeln. Die Zertifikate werden anschließend an Unternehmen verkauft, die sich klimaneutral stellen möchten. Ziel ist es, den Humusaufbau in landwirtschaftlichen Böden zu fördern.

Es können sowohl konventionell als auch biologisch wirtschaftende Landwirte am Programm teilnehmen. Nach einer Anmeldung werden auf den Betrieben in einem Abstand von mindestens drei Jahren GPS-basiert Bodenproben an definierten Einstichpunkten entnommen. Der Humusgehalt wird bestimmt und in einer Humusdatenbank festgehalten.

Steigert sich der Humusgehalt im Boden, kann ein Zertifikat erstellt und vermarktet werden. Der Landwirt trägt im Rahmen des Programms die Kosten für die Bodenanalyse. Kommt es zur Erstellung von CO2-Zertifikaten, erhält der Landwirt den Gegenwert abzüglich einer Vermarktungspauschale.

Carbon Farmed

Carbon Farming steht noch ganz am Anfang in Deutschland. Unsere Mission ist es, das zu ändern und diese Arbeitsweise als profitable Alternative in der Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion zu etablieren

Dr. Robert Gerlach, Carbon Farmed

Das Start-up aus Berlin arbeitet an einer Lebensmittelmarke für Regenerative Landwirtschaft. „Carbon Farming steht noch ganz am Anfang in Deutschland. Unsere Mission ist es, das zu ändern und diese Arbeitsweise als profitable Alternative in der Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion zu etablieren“, so Mitgründer Dr. Robert Gerlach. Das Unternehmen will Landwirte bei der Umstellung auf Carbon Farming zum einen über die Produktmarke und zum anderen über Zuschüsse für die Anwendung von alternativen Methoden unterstützen.

Carbon Farming hat als klimafreundliche Form der Landwirtschaft das Potenzial, jedes Jahr CO2 zu binden und zu speichern. (Foto: coxie99-stock.adobe.com / Illustration: Chrisitna Helmer)

Teilnehmende Landwirte sollen ein individuelles Profil ihres landwirtschaftlichen Betriebs in einem Netzwerk präsentieren können und so für Transparenz ihrer Lebensmittelproduktion sorgen. 

Carbonfuture

Das Freiburger Start-up „Carbonfuture“ will „die Arbeit gegen die Erderwärmung angemessen vergüten“, so Geschäftsführer Hannes Junginger-Gestrich. Der Gründer bezeichnet diesen Vorgang als Kohlenstoff-Senkenökonomie. Dabei stellt Carbonfuture Klimazertifikate auf Basis von Pflanzenkohleanwendungen aus.

Bei ihrem Modell wird ausschließlich bereits effektiv entnommener und irreversibel gespeicherter Kohlenstoff berücksichtigt – die Credits werden also „ex-post“ erstellt. Die Carbonfuture GmbH wurde Anfang 2020 gegründet und hat derzeit drei angestellte Mitarbeiter. Die Plattform ist bereits operativ, erste Kohlenstoffsenken werden seit April 2020 finanziert. Öffentlich freigeschaltet wurde sie Mitte August. 


Digitales f3-Scheunengespräch zum Thema „Regenerative Landwirtschaft“

Zu diesem Thema bringen wir wieder Menschen zusammen, mit deren Hilfe wir zu Beginn die drängendsten Fragen zur ackerbaulichen Praxis beantworten. Danach teilen wir uns auf digitale „Einzelräume“ auf, in denen die Zuschauer und Zuschauerinnen ihre Fragen persönlich stellen können. Seid dabei beim neu konzipierten Netzwerk-Event von f3 am 28. Oktober ab 18 Uhr.

Das digitale Scheunengespräch wurde vollkommen neu konzipiert: Nach einer moderierten Talkrunde folgenden mehrere 5-Minuten-Pitches aus Gründer- und aus Landwirtssicht. Im Anschluss teilen sich die Zuhörer auf verschiedene Räume auf. Dort können sie selbst aktiv werden und mit den Pitchenden auf Augenhöhe weiterdiskutieren, ihre Fragen stellen und neue Kontakte knüpfen.

Hier geht es zur Anmeldung.