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„Wir brauchen eine Next Generation Lebensmittel“ free

Vom Gewächshaus in der Küche bis zu Regalen in einer Lagerhalle: Die Ideen des Vertical und Urban Farmings sind unterschiedlich. (Foto: stock.adobe.com/nuttawutnuy)

Auf dem Global Food Summit kamen 250 Wissenschaftler, Vertreter von Start-ups, Verbänden und Unternehmen zum Erfahrungsaustausch zusammen. In diesem Jahr gingen die Teilnehmer der Frage nach, wie Städte die Wahrnehmung von Essen und Natur verändern.

Auf Einladung der bayrischen Staatsregierung fand vergangene Woche der Global Food Summit (GFS) 2019 in München statt. Rund 250 Teilnehmer aus Asien, Afrika, Amerika und Europa sowie Wissenschaftler, Start-ups, Verbände und Unternehmen trafen sich in der Münchner Residenz zum Erfahrungsaustausch. Das Motto des fünften Global Food Summit lautete „Foodtropolis: Verändern Städte unsere Wahrnehmung von Essen und Natur?“.

Wir wollen der Zukunft der Lebensmittel eine Stimme geben.

Stephan Becker-Sonnenschein, Initiator des Global Food Summit

Stephan Becker-Sonnenschein, Initiator des Global Food Summit 2019, fasste die zweitägige Konferenz zusammen: „Wir wollen der Zukunft der Lebensmittel eine Stimme geben. Wir brauchen nämlich eine ,Next Generation Lebensmittel‘, wenn wir 2050 neun Milliarden Menschen nachhaltig ernähren wollen, die vorwiegend in Städten leben werden. Dabei geht es nicht nur mit Verzichts-Szenarien. Sondern es erfordert auch Innovationen, wie wir sie hier in München gesehen haben. Und es verlangt nach globaler Vernetzung und Wissensaustausch.“

Israelisches Start-up gewinnt Publikumspreis

Innovationen zeigten auch die Start-ups, die im Vorfeld ihre Ideen pitchen. Am ersten Konferenztag wurde der Gewinner des Publikumspreises präsentiert: Das israelische Start-up „Redefine Meat“, das Fleischersatz aus pflanzlichen Produkten herstellt, konnte das Publikum für sich gewinnen. Es machte das Rennen knapp vor dem Münchner Start-up „Noyanum“. Es will mit Hilfe von künstlicher Intelligenz Lebensmittelabfälle reduzieren. Professor Klaus Josef Lutz, Vorstandsvorsitzender der BayWa AG, eröffnete die Session mit der Aufforderung, Start-ups zu fördern, um mehr Neugründungen zu ermöglichen.

Ein mögliches Zukunftskonzept: Vertical Farming (Foto: Farmers Cut)

Den zweiten Tag eröffnete Bernhard Krüsken, Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes. Er sprach darüber, dass Urban Farming und klassische Landwirtschaft in friedlicher Koexistenz stehen und sich gegenseitig ergänzen sollten. Ergänzend zum Thema stellte das Bergbauunternehmen K+S KALI GmbH seine neue Urban Farming App vor, in der Artikel, Veranstaltungen und Locations zum Thema in sechs Kategorien zusammengefasst sind.

Ideen gegen Hunger und Überfischung

Bernhard Kowatsch vom World Food Programme der United Nations stellte einfache, aber wirkungsvolle Ideen aus Afrika vor. So hilft das Projekt „H2Grow“ Flüchtlingen im Tschad, mit hydroponischen Behältern frisches Tierfutter für ihre Ziegen anzupflanzen und somit die Milchproduktion im Flüchtlingslager um 250% zu steigern.

Bislang haben wir Lebensmittelproduktion in linearen Abläufen gedacht, wir müssen aber dahin kommen, in Kreisläufen zu denken.

Barbara Swartzentruber, Executive Director der kanadischen Stadt Guelph

Dr. Michael Binder von EVONIK stellte das Projekt „Veramaris“ vor. Dabei erhalten Zucht-Lachse alle benötigten Nährstoffe, wobei diese aber aus rein pflanzlichem Protein stammen. Bislang waren 2kg Wildfischfang nötig, um nur 1kg Zuchtfisch zu produzieren. Mit diesem Projekt will EVONIK einen Weg aus der Überfischung der Meere aufzeigen.

Konzept aus Kanada zeigt zirkulären Economy-Ansatz

Das Partnerland des diesjährigen Global Food Summit war Kanada. In einer Präsentation wurde das Konzept der Stadt Guelph vorgestellt. Das weltweit erste „Circular Food Community“ – Konzept der Kanadier könnte Vorbild für weitere Städte werden. Für den zirkulären Economy-Ansatz arbeitet die Stadt eng mit ihrem Umland zusammen. Ziel des Konzeptes ist es, die Bewohner gesünder zu ernähren, weniger Abfall zu produzieren und letztendlich durch einen konzentrierten Wissenschaftsstandort mit dazugehöriger Wirtschaft- und Start-up-Szene rund um Lebensmittelinnovationen weitere Arbeitsplätze zu schaffen.

„Bislang haben wir Lebensmittelproduktion in linearen Abläufen gedacht. Wir müssen aber dahin kommen, in Kreisläufen zu denken“, so Barbara Swartzentruber, Executive Director der kanadischen Stadt Guelph, die die offizielle kanadische Delegation aus Wissenschaftlern, Start-ups, Abgeordneten und Verbänden aus Guelph auf dem Global Food Summit anführte. Weiter sagte sie: „Wenn wir Lebensmittel neu denken, können wir die Welt verändern“.

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