farm food Wunschkonzert

„Wir wirtschaften nicht mehr hinter verschlossenen Türen.“

Solche Hochlandrinder vermarktet Katharina Gordes - seit kurzem auch im Internet. (Foto: B. Lütke Hockenbeck)

Was fehlt Hofnachfolgern und Quereinsteigern zur Gründung eines eigenen landwirtschaftlichen Start-ups oder eines innovativen Betriebszweiges? Heute kommt Katharina Gordes in unserer Rubrik "Wunschkonzert" zu Wort.

Katharina Gordes, 30 Jahre aus Arnsberg im Sauerland

„Wir bewirtschaften einen Bio-Betrieb im Nebenerwerb mit einer Herde Hochlandrindern, die wir selbst schlachten und vermarkten. Am Anfang sind die Rinder auf der Weide quasi selbst Werbung gelaufen - seit drei Jahren haben wir eine Webseite, verteilen Flyer und Visitenkarten. Vorher haben wir das Fleisch zwar auch gut verkaufen können, als ich mit eingestiegen bin, wollte ich alles etwas neuer aufziehen.

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Was fehlt Hofnachfolgern und Quereinsteigern zur Gründung eines eigenen landwirtschaftlichen Start-ups oder eines innovativen Betriebszweiges? Heute kommt Katharina Gordes in unserer Rubrik „Wunschkonzert“ zu Wort.

Katharina Gordes, 30 Jahre aus Arnsberg im Sauerland

„Wir bewirtschaften einen Bio-Betrieb im Nebenerwerb mit einer Herde Hochlandrindern, die wir selbst schlachten und vermarkten. Am Anfang sind die Rinder auf der Weide quasi selbst Werbung gelaufen – seit drei Jahren haben wir eine Webseite, verteilen Flyer und Visitenkarten. Vorher haben wir das Fleisch zwar auch gut verkaufen können, als ich mit eingestiegen bin, wollte ich alles etwas neuer aufziehen.

Obwohl ich schon von Kindesbeinen an den Wunsch gehabt habe, in der Landwirtschaft zu arbeiten, absolvierte ich erstmal eine Ausbildung im Handwerk, arbeitete ein paar Jahre als Gesellin und legte dann die Meisterprüfung ab. An der Abendschule in Münster konnte ich dann noch zur Landwirtin aufsatteln. Denn da möchte ich auf lange Sicht hin.
Deshalb habe ich auch jetzt schon die Vermarktung modernisiert: Wenn ich irgendwann voll einsteige, brauchen wir schon Erfahrungen im Online-Handel. Sollten die Kunden in Zukunft wirklich mehr Lebensmittel im Netz kaufen, dann hätten wir die Rahmenbedingungen für unseren eigenen Vertrieb bereits geschaffen.

Sollten die Kunden in Zukunft wirklich mehr Lebensmittel im Netz kaufen, hätten wir die Rahmenbedingungen für unseren eigenen Vertrieb bereits geschaffen.

Katharina Gordes

Tatsächlich glaube ich, dass sich mit den Rahmenbedingungen in der Landwirtschaft durchaus etwas spielen lässt. Klar sind wir weiter vom Wetter, von der Natur und unseren Kunden abhängig. Aber wir können auf Trends reagieren und veränderte Kundennachfrage beachten. Das fällt so halben Quereinsteigern wie mir vielleicht sogar leichter, da wir manchmal „unwissender“ oder „naiver“ an Dinge herangehen. Dinge, die auf manchen Betrieben „schon immer so gemacht“ wurden, könnten dann leichter umgedacht oder abgeschafft werden.

„Betrieb und Fläche sind zu eng verzahnt.“ free

Klar ist für mich auch, dass innovativere Betriebskonzepte nicht für jeden etwas sind. Dennoch bin ich gerne modern. Erst recht wenn es darum geht, den Kunden mitzunehmen. Die Zeit ist vorbei, in der wir hinter verschlossenen Türen gewirtschaftet haben. Angst zu scheitern habe ich eigentlich nicht. Das Geheimnis des Erfolgs ist, ihn sich selbst zuzutrauen.“