digital farm

Wo sich Direktvermarkter tummeln

Tobias Schubert und Roman Hartmann gründeten 2015 das Start-up Farmy. Die Idee: Schweizer Hofläden digitalisieren. (Foto: Farmy)

Lebensmittel vom Erzeuger bündeln und online vermarkten, daraus machen diese Start-ups ein Geschäftsmodell - mit ganz unterschiedlichen Ansätzen.

Erntebox

Kartoffeln, Eier, Käse: Die Erntebox deckt eine breite Produktpalette ab. Die sechs Automaten sind gestreut in München. (Foto: Erntebox)

Die „Erntebox“ vermarktet Lebensmittel von Landwirten über Automaten in Münchens Stadtgebiet. Die Landwirte kaufen anteilig Lebensmittelautomaten vom Start-up. Sechs davon stehen aktuell in München und vier Landwirte sind an diesen beteiligt. Das junge Unternehmen wartet die Automaten und kümmert sich um das Marketing sowie die Logistik. Dafür kassiert das Start-up eine Umsatzpauschale von ca. 25 %. Gegründet wurde es von Jonas Meder und Ben Kohz im Jahr 2017. Nach einer Pilotphase in Bremen konzentrieren sich die beiden aktuell auf München. Sie wollen aber zukünftig in weitere Großstädte wachsen.

Marktschwärmer

Marktschwärmer“ ist eine Plattform, die Landwirte und Verbraucher auch persönlich zusammenbringen möchte. Kunden kaufen über die Plattform online ein und holen die Produkte zu festgelegten Zeiten von einer Verteilstelle ab. Hier besteht die Möglichkeit, sich mit den Landwirten auszutauschen. Der Zusammenschluss zwischen Landwirten und Kunden wird von einem Gastgeber organisiert. Er erhält 8,35 % des Umsatzes und 10 % gehen an Marktschwärmer.

Der Gastgeber betreut die lokale Community und ist zuständig für Werbemaßnahmen, während Marktschwärmer die Online-Plattform betreibt und weiterentwickelt. Standorte sind europaweit in größeren Städten vor zu finden. Gegründet wurde das Unternehmen 2010 von den Franzosen Mounir Mahjoubi, Guilhem Chéron und Marc-David Choukroun.

Pielers

Das Start-up „Pielers“ bietet eine Online-Plattform für Direktvermarkter an. Insgesamt 33 Landwirte decken aktuell eine breite Produktpalette ab. Nach dem Bestellvorgang im Online-Shop verpackt der Landwirt selbst die Produkte und schickt sie zum Kunden. Insgesamt 85 % der Umsatzerlöse bleiben beim Erzeuger. Pielers wurde im Jahr 2017 von Dr. Julia Köhn gegründet.

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Lebensmittel vom Erzeuger bündeln und online vermarkten, daraus machen diese Start-ups ein Geschäftsmodell – mit ganz unterschiedlichen Ansätzen.

Erntebox

Kartoffeln, Eier, Käse: Die Erntebox deckt eine breite Produktpalette ab. Die sechs Automaten sind gestreut in München. (Foto: Erntebox)

Die „Erntebox“ vermarktet Lebensmittel von Landwirten über Automaten in Münchens Stadtgebiet. Die Landwirte kaufen anteilig Lebensmittelautomaten vom Start-up. Sechs davon stehen aktuell in München und vier Landwirte sind beteiligt. Das junge Unternehmen wartet die Automaten und kümmert sich um das Marketing sowie die Logistik. Dafür kassiert es eine Umsatzpauschale von ca. 10 %. Weitere 15 % fallen für die Logistik an. Gegründet wurde die Erntebox von Jonas Meder und Ben Kohz im Jahr 2017. Nach einer Pilotphase in Bremen konzentrieren sich die beiden derzeit auf München. Sie wollen aber zukünftig in weitere Großstädte wachsen.

Marktschwärmer

Marktschwärmer“ ist eine Plattform, die Landwirte und Verbraucher auch persönlich zusammenbringen möchte. Kunden kaufen über die Plattform online ein und holen die Produkte zu festgelegten Zeiten von einer Verteilstelle ab. Hier besteht die Möglichkeit, sich mit den Landwirten auszutauschen. Der Zusammenschluss zwischen Landwirten und Kunden wird von einem Gastgeber organisiert. Er erhält 8,35 % des Umsatzes, Weitere 10 % gehen an Marktschwärmer.

Der Gastgeber betreut die lokale Community und ist zuständig für Werbemaßnahmen, während Marktschwärmer die Online-Plattform betreibt und weiterentwickelt. Standorte sind europaweit in größeren Städten zu finden. Gegründet wurde das Unternehmen 2010 von den Franzosen Mounir Mahjoubi, Guilhem Chéron und Marc-David Choukroun.

Pielers

Hier trifft sich Schweinehalter Christian Vincke (Mitte) mit Eva und Paul von der Plattform Pielers. Sie haben sich über f3 kennengelernt und arbeiten nun zusammen. (Foto: Piepenbrock)

Das Start-up „Pielers“ bietet eine Online-Plattform für Direktvermarkter an. Insgesamt 33 Landwirte decken aktuell eine breite Produktpalette ab. Nach dem Bestellvorgang im Online-Shop verpackt der Landwirt selbst die Produkte und schickt sie zum Kunden. Insgesamt 85 % der Umsatzerlöse bleiben beim Erzeuger. Pielers wurde im Jahr 2017 von Dr. Julia Köhn gegründet. Unter anderem ist Schweinehalter Christian Vincke aus dem f3-Netzwerk über f3 mit Pielers in Kontakt gekommen.

Farmy

Farmy liefert die Produkte selbst aus und konnte ein schnelles Wachstum in der Schweiz verzeichnen. (Foto: Farmy)

Farmy“ ist ein Schweizer Unternehmen, das eine Online-Plattform für Direktvermarktung von Lebensmitteln betreibt. Aktuell tummeln sich auf der Plattform mehr als 600 Landwirte mit über 8.000 Produkten. Sie ist auf den Schweizer Markt beschränkt. Der Kunde soll seinen ganzen Wochenmarkteinkauf mit Farmy erledigen können, verspricht das Start-up. Beim Bestellen gibt er seine Postleitzahl an und bekommt Lebensmittel von Betrieben aus seiner Region angezeigt. Aber um eine ganze Produktpalette abzudecken, muss das Unternehmen auch Lebensmittel aus dem Ausland importieren. Robert Hartmann und Tobias Schubert gründeten Farmy 2015 in Zürich.

Wochenmarkt 24

Wochenmarkt 24“ ist ein virtueller Marktplatz für die Region Bielefeld und Gütersloh in Ostwestfalen. Mehrere Erzeuger aus dem Gebiet stellen auf der Plattform Fleisch, Gemüse und weitere Produkte zum Verkauf bereit. Die jeweiligen Erzeuger werden in Echtzeit nach einem Bestellvorgang per E-Mail benachrichtigt und bereiten ihre Produkte vor. Ein Wochenmarkt 24-Mitarbeiter holt die Produkte von den Betrieben ab und liefert sie zu den Kunden aus. Wochenmarkt 24 ist als Genossenschaft organisiert und besteht seit 2018. Initiiert wurde die Plattform durch den Schlachthofbetreiber Robert Tönnies, der auch Aufsichtsratsvorsitzender von Wochenmarkt 24 ist.

Hello Fresh

Sicherlich eines der bekanntesten Start-ups in diesem Bereich ist „Hello Fresh“ aus Berlin. Es bündelt keine Produkte von Direktvermarktern, sondern bietet Kochboxen für Verbraucher an. Der Kunde bekommt Pakete wochenweise im Abo-Verfahren mit vorbereiteten Zutaten samt Rezept in einer Frischebox nach Hause geliefert.

Hello Fresh wurde im Jahr 2011 von Dominik Richter, Thomas Griesel und Jessica Nilsson gegründet. Es ist unter anderem in Nordamerika, Großbritannien, Deutschland und den Benelux-Ländern aktiv. Das Start-up konnte nach mehreren Finanzierungsrunden bis 2015 über 200 Mio. US-$ vor allem von Rocket Internet und der Vorwerk-Gruppe einsammeln. Beide stiegen aber schrittweise aus. Seit Ende 2017 können Hello Fresh-Aktien an der Börse gehandelt werden. 2018 verzeichnete das Unternehmen nach einem starken Wachstum weltweit ca. 1,8 Millionen Kunden, aber weiterhin rote Zahlen.