Gründerwerkstatt

Zebra-Accelerator: Agrar-Ideen im „Fitnessprogramm“ free

Zehn Start-ups, viele Ideen und sechs Gewinner: Auf dem Betrieb Haus Bollheim in Zülpich fand kürzlich das Kick-Off-Wochenende des Zebra-Accelerators statt. (Foto: Regionalwert AG Rheinland)

ZEBRAC fördert Gründer aus den Bereichen Landwirtschaft und Food, die sich mit ihrer Geschäftsidee auch einer gesellschaftlichen Herausforderung stellen – unter anderem mit Einweggeschirr aus Weizenkleie und Konzepten zur Bürger-Einbeziehung in die anstehende Hofnachfolge.

Eine Hofgenossenschaft als Nachfolgemodell, eine Vertriebsplattform für Landwirte oder Getränke auf Honig-Basis: Die Geschäftsideen der Gründerteams beim Kick-Off-Event des Zebra-Accelerators waren vielfältig. Zusammen mit dem Rotonda Business Club lud die Regionalwert AG Rheinland zehn Start-ups aus den Bereichen Landwirtschaft und Food zur Auftaktveranstaltung ein.

Neben der Arbeit am Geschäftsmodell gab es für die Gründerteams auch eine Führung auf dem Betrieb Haus Bollheim. (Fotos: Regionalwert AG Rheinland)

Zwei Tage arbeiteten die Start-ups auf dem Betrieb Haus Bollheim in Zülpich die regional-ökologischen Bezüge ihres Geschäftsmodells heraus. Input gab es durch Referenten zu den Themen Sustainable Business Modell Canvas, professionelles Story-Telling und Reichweite auf Social Media. Sechs der zehn Start-ups schafften es in das Accelerator-Programm und werden nun weiter gefördert:

  • Simplymeal – Mit Einweggeschirr aus Weizenkleie gegen Plastikgeschirr
  • Nexus Farms – Reduziert die Umweltbelastung der Lebensmittelherstellung durch urbane Herstellung mit dem ressourcenschonenden Aquaponik-Verfahren 
  • JackyF – Reduziert Lebensmittelabfälle durch die Herstellung von Produkten aus noch nicht genutzten Lebensmittel(reste)n
  • Bürger machen Landwirtschaft – Stärkt die regionale Landwirtschaft durch Konzepte der Bürger-Einbeziehung in die anstehende Hofnachfolge
  • Entorganics – Herstellung und Verbreitung insektenbasierter Lebensmittel als Beitrag gegen den Klimawandel 
  • Imke – Nutzung deutschen Honigs zur Herstellung von Getränken ohne Zuckerzusatz (z.B. Met, Glühwein und Limonaden) zum Erhalt der für Menschen lebensnotwendigen Biene

Das Ziel: Investoren überzeugen

In den kommenden sieben Wochen werden die Gewinner jeweils von einem erfahrenen Gründer und Coach begleitet. Sie sollen ihren Business-Case validieren, eine professionelle Social-Media-Kampagne konzipieren und umsetzen sowie die Vernetzung mit Schlüsselpartnern fortsetzen. Über das Programm soll außerdem der Kontakt zu möglichen Kunden, Entscheidern sowie Investoren aus dem Netzwerk hergestellt werden.

Nach einer Zwischenpräsentation am 01. August kommen drei Finalisten in die zweite Arbeitsphase. In dieser Zeit sollen sie ihre Produktidee validieren, Produktests durchführen und sich mit der Finanzierung beschäftigen. Das Finale findet am 18. September 2019 vor ausgewählten Investoren in Köln statt.

Der Zebra-Ansatz: Make money and do good

Unternehmen seien, dem Programmveranstalter zufolge, wie Zebras schwarz und weiß. Sie seien gewinnorientiert und nachhaltig und/oder sinnstiftend. Demnach richtet sich der Zebra-Accelerator an nachhaltige Start-ups aus den Bereichen Food und Landwirtschaft und unterstützt eben solche Geschäftsmodelle.

Anstelle von schneller, kompromissloser Skalierung, exponentiellem Wachstum, dem Streben nach einer Monopolstellung und einem schnellen Exit, sind Start-ups gefragt, die langfristige Profite erwirtschaften, ihrem Kunden größtmöglichen Nutzen stiften, die Interessen ihrer Mitarbeiter wahren und gleichzeitig die begrenzten ökologischen Ressourcen schonen. Durch diesen Ansatz möchten sich die Veranstalter von anderen Förderprogrammen absetzen.

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